Tarotkarten selber legen beginnt mit einer Frage, einem ruhigen Moment und Ihrer ersten Karte. Nehmen Sie die Karten in die Hand, spüren Sie ihre magische Energie und lassen Sie die Bilder zu Ihnen sprechen. In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Tarotkarten mischen, ziehen, auslegen und die Botschaft Ihrer Legung deuten.
Für den Anfang brauchen Sie ein Tarotdeck, einen freien Platz und etwa zehn bis fünfzehn Minuten für Ihr Ritual. Beginnen Sie mit einer Tageskarte oder einer einfachen Drei-Karten-Legung. Wenn Sie kein eigenes Kartendeck zur Hand haben, können Sie Ihre erste Tarotkarte auch direkt bei Astrolantis kostenlos online ziehen.
Direkt zum passenden Abschnitt: Für sich selbst legen · Schritt-für-Schritt-Anleitung · Einfache Legesysteme · Karten deuten · Beispiellegung · Fragen zum Einstieg
Kann man sich selbst die Tarotkarten legen?
Ja, Sie können sich selbst die Tarotkarten legen. Dabei begegnen Sie der Bildsprache des Tarots besonders persönlich: Eine Figur, eine Farbe oder ein Symbol berührt Sie, erinnert Sie an ein Erlebnis und eröffnet Ihnen einen Zugang zur Botschaft der Karte. Tarotkarten wirken wie ein Spiegel und führen zu verborgenen Geheimnissen und Wegen der Selbsterkenntnis.
Vielleicht kennen Sie die alte Regel, man solle die Karten niemals für sich selbst oder Angehörige legen. Für Ihre eigene Tarot-Praxis müssen Sie sich daran nicht binden. Gerade das Legen für sich selbst und Freunde hilft Ihnen, mit der Sprache der Karten vertraut zu werden. Entscheidend sind Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Frage und die Zeit, die Sie dem Kartenbild schenken.
Tarotkarten selber legen: Anleitung in sechs Schritten
1. Bereiten Sie Ihren Platz und Ihr Tarotdeck vor
Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und schaffen Sie auf dem Tisch Platz für Ihre Karten. Ein Tuch, eine Kerze oder ein vertrauter Gegenstand können Ihr persönliches Ritual begleiten. Nehmen Sie Ihr Deck in beide Hände, atmen Sie ruhig und stimmen Sie sich auf die Legung ein.
Zum Einstieg eignet sich ein Deck, dessen Bilder Sie ansprechen. Beim Rider-Waite-Tarot helfen die illustrierten Szenen, die Karten miteinander zu verbinden. Ein vollständiges Tarotdeck umfasst 78 Karten: 22 Karten der Großen Arkana und 56 Karten der Kleinen Arkana. Die Großen Arkana erzählen von den großen Stationen des Lebens; die Kleinen Arkana führen Sie in die Erfahrungen des Alltags. Mehr über diesen Aufbau erfahren Sie im Beitrag über Tarotkarten und ihre Arkana.
2. Formulieren Sie Ihre Frage
Überlegen Sie genau, was Sie die Tarotkarten fragen möchten. Bleiben Sie für eine Legung bei einem Thema. Sie können nach Ihrem Tag, Ihrer Liebe oder dem nächsten Abschnitt Ihres Lebens fragen. Zum Beispiel:
- Welche Botschaft haben die Karten heute für mich?
- Was zeigen mir die Karten über die Verbindung zwischen mir und meinem Partner?
- Welche Entwicklung erwartet mich nach meinem Neuanfang?
Geben Sie Ihrer Frage einen klaren Rahmen. Aus „Was kommt auf mich zu?“ wird beispielsweise „Welche Botschaft haben die Karten für meinen neuen Lebensabschnitt?“. So beziehen Sie die Symbole beim Deuten auf genau das Thema, das Sie bewegt.
Auch Ja-Nein-Fragen können gestellt werden. Wählen Sie dafür eine entsprechende Legung aus der Übersicht der Tarot-Legesysteme.
3. Mischen Sie die Tarotkarten und heben Sie ab
Halten Sie Ihre Frage im Bewusstsein, während Sie die Karten mischen. Lassen Sie kleine Kartenpäckchen von einer Hand in die andere gleiten oder verteilen Sie die Karten mit der Rückseite nach oben auf dem Tisch und führen Sie sie wieder zu einem Stapel zusammen. Mischen Sie so, wie es sich für Sie stimmig anfühlt.
Wenn Sie möchten, heben Sie anschließend einen Teil des Stapels ab und legen ihn darunter. Dieses Abheben kann den Übergang vom Mischen zum Ziehen markieren. Es gibt keine verpflichtende Anzahl von Mischbewegungen oder Abhebevorgängen.
4. Ziehen Sie eine oder drei Karten
Für Ihre erste Legung genügt eine Karte. Nehmen Sie die oberste Karte vom Stapel oder fächern Sie die Karten verdeckt auf und wählen Sie diejenige, zu der es Sie zieht. Vertrauen Sie Ihrer Intuition. Für eine Drei-Karten-Legung ziehen Sie auf dieselbe Weise drei Karten und legen sie zunächst verdeckt nebeneinander.
5. Legen Sie die Karten an ihre Positionen
Legen Sie vor dem Aufdecken fest, wofür jede Position steht. Bei der Tageskarte richtet sich die gesamte Botschaft auf Ihren heutigen Tag. Eine einfache Drei-Karten-Legung ordnet die Karten von links nach rechts Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu.
Decken Sie die Karten nacheinander auf. Betrachten Sie zuerst jede Karte einzeln und dann die Verbindung zwischen ihnen. Folgen Sie bei anderen Legesystemen den dort angegebenen Positionen, damit Frage und Kartenbild zusammenpassen.
6. Deuten Sie Ihre Legung und halten Sie die Botschaft fest
Welche Figur fällt Ihnen zuerst auf? Welche Stimmung entsteht beim Betrachten der Karte? Lassen Sie Ihren ersten Eindruck wirken und schlagen Sie anschließend die Bedeutung Ihrer Tarotkarte nach. Verbinden Sie Bildsprache, Kartenposition und Ihre persönliche Frage zu einer Deutung.
Notieren Sie das Datum, Ihre Frage, die gezogenen Karten und deren Botschaft. So entsteht mit der Zeit Ihr persönliches Tarot-Tagebuch. Kehren Sie am Abend zur Tageskarte zurück und entdecken Sie, wie sich ihre Zeichen in Ihrem Tag gezeigt haben.
Welche Tarot-Legung eignet sich für Anfänger?
Eine Karte für den Anfang, drei Karten für einen Blick auf die Entwicklung: Mit wenigen Positionen lernen Sie die Sprache des Tarots Schritt für Schritt kennen. Wählen Sie Ihre Legung passend zu Ihrer Frage.
LiebestarotEine Legung für Ihre Herzensfrage und die Geheimnisse Ihrer Liebe.Liebestarot kostenlos legen →Die Tageskarte ist der kürzeste Einstieg. Wenn Sie bereits mit einzelnen Karten vertraut sind, führt Sie das Drei-Karten-Orakel zu einem zusammenhängenden Kartenbild. Für eine konkrete Liebesfrage steht das Liebestarot bereit. Weitere Möglichkeiten entdecken Sie bei den Tarot-Legesystemen.
Tarotkarten selbst deuten: Lassen Sie die Bilder sprechen
Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Nehmen Sie sich Zeit und richten Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf die jeweilige Karte. Jedes Symbol kann Sie selbst, einen Menschen in Ihrem Leben oder einen bestimmten Aspekt Ihrer Frage darstellen. Alle Tarotkarten sind gleichwertig – es gibt weder gute noch schlechte Karten.
Verbinden Sie Bild, Bedeutung und Position
Lesen Sie eine Karte in drei Schritten. Das Bild: Beschreiben Sie zunächst, was Sie sehen – etwa eine aufgehende Sonne, einen Weg oder eine verschlossene Tür. Die Bedeutung: Verbinden Sie Ihr Bild mit der überlieferten Botschaft der Karte. Die Position: Fragen Sie, ob diese Botschaft Ihre Vergangenheit, Ihre Gegenwart oder Ihre Zukunft beschreibt.
So verändert sich die Deutung mit dem Platz im Kartenbild: Der Narr in der Vergangenheit erzählt von einem bereits begonnenen Aufbruch. Auf der Zukunftsposition kündigt er einen neuen Anfang an. Die Grundenergie bleibt dieselbe; die Position zeigt, an welcher Stelle Ihrer Geschichte sie wirkt.
Fragen, die Ihre Deutung vertiefen
Die folgenden Fragen aus der Astrolantis-Tarot-Praxis helfen Ihnen, tiefer in das Kartenbild einzutauchen:
- Was fällt mir an der Karte zuerst auf?
- Erinnert mich die Tarotkarte an ein persönliches Erlebnis?
- Habe ich die dargestellte Situation schon einmal selbst erlebt?
- Identifiziere ich mich mit einer Figur oder zeigt sie mein Verhältnis zu einer anderen Person?
- Welche Empfindungen und Emotionen löst die Karte in mir aus?
- Welche Botschaft sendet mir die Tarotkarte?
- Nehme ich während der Legung besondere Geräusche oder Ereignisse wahr?
- Welche Hoffnungen und Ängste erkenne ich in der Karte?
Bleiben Sie bei einer Karte, bis Sie ihre Botschaft erfasst haben, bevor Sie weitere Karten hinzuziehen. Sowohl jede einzelne Karte als auch das gesamte Kartenbild enthält eine Teilbotschaft. Erst im Zusammenspiel entfaltet sich die Geschichte Ihrer Legung.
Die Karten können auch zur Meditation gelegt werden. Der intensive, persönliche Dialog mit ihren Bildern und Symbolen führt Sie zur Antwort. Selbst wenn Ihnen eine erfahrene Kartenlegerin die Karten legt, bleiben Ihre Wahrnehmungen ein wichtiger Teil der Deutung.
Beispiel: Drei Tarotkarten für Ihren neuen Lebensabschnitt
Wie entsteht aus einzelnen Karten eine Antwort? Stellen Sie sich folgende Beispiellegung zur Frage „Was zeigen mir die Karten über meinen neuen Lebensabschnitt?“ vor. Die Karten liegen von links nach rechts für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Links: Der Narr – Ihr Aufbruch
Der Narr trägt die Energie des Neubeginns, der Freiheit und des Vertrauens. Auf der Vergangenheitsposition erzählt er davon, dass Sie vertrauten Boden verlassen haben. Vielleicht haben Sie eine neue Verbindung begonnen oder sich von einer alten Rolle gelöst. Hier liegt der Ursprung Ihrer Reise.
In der Mitte: Die Hohepriesterin – Ihre innere Stimme
Die Hohepriesterin steht für Intuition, verborgenes Wissen und die Geheimnisse hinter dem Sichtbaren. Auf der Gegenwartsposition ruft sie Sie dazu auf, Ihrer inneren Stimme Raum zu geben. Achten Sie auf Träume, wiederkehrende Bilder und das leise Wissen, das Sie bereits in sich tragen.
Rechts: Die Sonne – Licht auf Ihrem Weg
Die Sonne verbindet Lebensfreude, Wärme und Klarheit. Auf der Zukunftsposition verheißt sie eine lichte Phase: Was zuvor verborgen war, tritt hervor, und Ihr Weg gewinnt an Zuversicht. Sie bildet den hellen Ausklang dieser Beispiellegung.
Die gemeinsame Botschaft der drei Karten
Lesen Sie die Karten nun als zusammenhängende Geschichte: Ein Aufbruch hat Sie auf einen neuen Weg geführt. Jetzt weist Ihnen Ihre Intuition die Richtung. Vor Ihnen öffnet sich eine Zeit voller Klarheit und Lebensfreude. Genau dieses Verbinden unterscheidet eine Legung vom bloßen Nachschlagen dreier Kartenbedeutungen.
Halten Sie Ihre eigene Deutung in einem Satz fest. Nutzen Sie dafür diese Form: „Aus … komme ich. Jetzt begegnet mir … . Mein Weg führt zu … .“ Füllen Sie die drei Stellen mit den Botschaften Ihrer gezogenen Karten. Auf diese Weise geben Sie dem Kartenbild eine persönliche Stimme.
Fragen zum Einstieg ins Tarotkartenlegen
Muss ich alle Kartenbedeutungen auswendig kennen?
Nein. Betrachten Sie zunächst die Bilder und hören Sie auf Ihre Intuition. Anschließend können Sie die Bedeutung nachschlagen. Mit jeder Legung werden Ihnen die Symbole vertrauter. Eine einzelne Tageskarte ist dafür eine schöne tägliche Übung.
Kann ich ohne eigenes Tarotdeck anfangen?
Ja. Bei Astrolantis können Sie Ihre Tageskarte, das Drei-Karten-Orakel und weitere Tarot-Legungen kostenlos online nutzen. Sie wählen die Karten selbst aus und erhalten eine Deutung zu Ihrer Legung.
Wie oft darf ich für mich selbst die Karten legen?
Sie können die Tageskarte jeden Tag ziehen und zu einer neuen Frage eine neue Legung beginnen. Schenken Sie jeder Botschaft zunächst Ihre volle Aufmerksamkeit. Ein fester Moment am Morgen oder Abend hilft Ihnen, Ihr eigenes Tarot-Ritual zu entwickeln.
Muss ich umgekehrte Karten beachten?
Für den Einstieg können Sie alle Karten aufrecht deuten. Wenn Sie später mit umgekehrten Karten arbeiten möchten, entscheiden Sie das vor der Legung und bleiben Sie innerhalb dieses Kartenbilds bei Ihrer gewählten Methode.
Was mache ich, wenn beim Mischen eine Karte herausfällt?
Manche Kartenleger schenken einer solchen Karte besondere Beachtung und lesen sie als zusätzliche Botschaft. Sie können sie zunächst beiseitelegen und nach Ihrer eigentlichen Legung betrachten. Wenn Sie dieses Ritual nicht nutzen möchten, legen Sie die Karte wieder in den Stapel und mischen weiter.
Was bedeutet es, wenn zwei Karten gegensätzlich wirken?
Betrachten Sie ihre Positionen. Eine Karte kann zeigen, was hinter Ihnen liegt, während die nächste bereits von einer neuen Entwicklung erzählt. Liegen beide im selben Themenbereich, achten Sie auf die unterschiedlichen Kräfte: Rückzug und Aufbruch, Sehnsucht und Entscheidung können gemeinsam Teil Ihrer Geschichte sein. Lesen Sie die Karten nacheinander und verbinden Sie ihre Aussagen mit Ihrer Frage.
Wer hilft mir, wenn ich meine Legung nicht verstehe?
Unsere erfahrenen Kartenleger unterstützen Sie bei der Interpretation und geben Ihnen Tipps für Ihre eigene Tarot-Praxis. Sie können auch nach Ihrer Persönlichkeitskarte fragen und gemeinsam tiefer in die Botschaft Ihrer Karten eintauchen.
