Tarotkarten sind weit mehr als einzelne Zukunftsbilder. Ein Tarotdeck ist ein zusammenhängendes System aus 78 Motiven: archetypische Lebensstationen, alltägliche Erfahrungen, Gefühle, Entscheidungen und Entwicklungsschritte. Wer den Aufbau des Decks versteht, liest eine Legung nicht mehr als lose Folge von Karten, sondern als Geschichte.
Was sind Tarotkarten?
Tarotkarten sind Bildkarten, die beim Kartenlegen als Spiegel für eine Frage oder Situation verwendet werden. Figuren, Farben, Landschaften und Gegenstände geben dem Blick Anhaltspunkte. Eine Karte kann dadurch Gedanken sichtbar machen, die bisher nur als leises Gefühl vorhanden waren.
Das Tarot nimmt eine Entscheidung nicht ab und legt die Zukunft nicht unveränderlich fest. Seine Stärke liegt darin, eine Situation aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Dieselbe Karte kann deshalb in einer Liebesfrage anders sprechen als in einer beruflichen Entscheidung. Entscheidend sind die Frage, die Position im Legesystem, die benachbarten Karten und die persönliche Wahrnehmung.
Wie ist ein Tarotdeck aufgebaut?
Ein vollständiges Tarotdeck besteht aus 78 Karten. Davon gehören 22 Karten zur Großen Arkana und 56 Karten zur Kleinen Arkana. Diese klare Ordnung hilft bei der Deutung: Die Große Arkana beschreibt meist übergeordnete Themen und Wendepunkte, während die Kleine Arkana näher am Alltag bleibt.

Große und Kleine Arkana: Was ist der Unterschied?
Die Große Arkana: große Entwicklungsthemen
Die 22 Karten der Großen Arkana reichen vom Narren bis zur Welt. Ihre Motive erzählen von Aufbruch, Prüfung, Erkenntnis, Wandel und Vollendung. Tauchen mehrere Karten der Großen Arkana in einer Legung auf, weist das häufig darauf hin, dass die Frage eine tiefere Bedeutung besitzt oder eine wichtige Entwicklungsphase berührt.
Der Tod muss dabei nicht den körperlichen Tod bedeuten, und der Turm kündigt nicht zwangsläufig eine Katastrophe an. Solche Karten verdichten Erfahrungen wie Abschied, Umbruch oder Befreiung in eindringliche Bilder. Eine verantwortungsvolle Deutung fragt deshalb: Was endet, was verändert sich und welcher neue Raum entsteht dadurch?
Die Kleine Arkana: das Leben im Alltag
Die 56 Karten der Kleinen Arkana verteilen sich auf vier Farben. Jede Farbe enthält die Zahlenkarten Ass bis Zehn sowie vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin und König. Sie zeigen, wie ein Thema konkret erlebt oder ausgedrückt wird.
Stäbe
Element Feuer
Energie, Mut, Schöpferkraft, Berufung und Tatendrang.
Kelche
Element Wasser
Gefühle, Liebe, Beziehungen, Intuition und Verbundenheit.
Schwerter
Element Luft
Gedanken, Wahrheit, Entscheidungen, Konflikte und Klarheit.
Münzen
Element Erde
Körper, Arbeit, Geld, Sicherheit und greifbare Ergebnisse.
Die Zahl ergänzt den Lebensbereich. Ein Ass bringt den Keim oder eine neue Möglichkeit, während die Zehn häufig einen Höhepunkt oder den Abschluss einer Entwicklung zeigt. Die Hofkarten können Menschen, Verhaltensweisen oder eine innere Haltung darstellen. So entsteht aus Farbe, Zahl und Bild ein fein abgestuftes Vokabular.
Wie entsteht die Bedeutung einer Tarotkarte?
Eine gute Deutung verbindet mehrere Ebenen. Zuerst zählt das sichtbare Bild: Wohin blickt eine Figur? Ist die Szene offen oder begrenzt? Welche Farbe oder welches Symbol fällt zuerst auf? Danach kommt die überlieferte Grundbedeutung hinzu. Erst im dritten Schritt wird beides auf die konkrete Frage bezogen.
- Bild wahrnehmen: Betrachten Sie die Karte einige Sekunden, bevor Sie eine Erklärung lesen.
- Grundthema erkennen: Ordnen Sie die Karte der Großen Arkana oder einer Farbe der Kleinen Arkana zu.
- Position beachten: Eine Karte für die Ursache beantwortet eine andere Frage als dieselbe Karte auf der Position „nächster Schritt“.
- Zusammenspiel lesen: Wiederholen sich Elemente, Zahlen, Farben oder Blickrichtungen?
- In Handlung übersetzen: Formulieren Sie eine Erkenntnis oder einen kleinen nächsten Schritt statt eines starren Urteils.
In der Übersicht aller Tarotkarten-Bedeutungen können Sie jede Karte des Astrolantis-Tarots einzeln nachschlagen und ihre Symbolik genauer entdecken.
Tarotkarten legen: eine einfache Methode
Für eine klare Legung ist eine gute Frage wichtiger als ein kompliziertes Legesystem. Offene Fragen führen meist weiter als reine Ja-Nein-Fragen. Statt „Bekomme ich die Stelle?“ können Sie fragen: „Was kann ich tun, um meine berufliche Möglichkeit gut zu nutzen?“
Für den Einstieg genügen drei Karten:
Der Hintergrund oder die Kraft, die Ihre Situation geprägt hat.
Das zentrale Thema, das jetzt bewusst betrachtet werden möchte.
Eine mögliche Haltung, Handlung oder Entwicklungsrichtung.
Notieren Sie zuerst Ihre eigene Reaktion und lesen Sie erst danach die Kartenbedeutung. So bleibt die persönliche Wahrnehmung erhalten, ohne dass Sie auf das überlieferte Wissen verzichten müssen.
Müssen umgekehrte Karten anders gedeutet werden?
Nein, dafür gibt es keine Pflicht. Manche Leser deuten eine umgekehrte Karte als Blockade, Verzögerung oder nach innen gerichtete Energie. Andere arbeiten ausschließlich mit aufrechten Karten und erkennen schwierige Seiten aus Position und Zusammenhang. Wählen Sie eine Methode bewusst und bleiben Sie innerhalb einer Legung dabei.
Welches Tarotdeck eignet sich für Anfänger?
Ein gutes erstes Deck sollte Sie neugierig machen und zugleich eine verständliche Bildsprache besitzen. Besonders hilfreich sind vollständig illustrierte Zahlenkarten: Wenn auch die Kleine Arkana Szenen zeigt, müssen Sie nicht jede Bedeutung auswendig lernen. Das Rider-Waite-Smith-System ist deshalb eine verbreitete Grundlage vieler moderner Decks.
Achten Sie weniger darauf, welches Deck als „das richtige“ gilt. Wichtiger ist, ob Sie Figuren, Stimmungen und Symbole gut erkennen können. Ein Begleitbuch oder eine verlässliche Kartenübersicht hilft dabei, die eigene Wahrnehmung mit den traditionellen Bedeutungen zu verbinden.
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Häufige Fragen zu Tarotkarten
Wie viele Karten hat ein Tarotdeck?
Ein vollständiges Tarotdeck umfasst 78 Karten: 22 Karten der Großen Arkana und 56 Karten der Kleinen Arkana.
Was bedeutet Arkana?
„Arkana“ ist die Mehrzahl von „Arkanum“ und bedeutet sinngemäß Geheimnisse. Im Tarot bezeichnet der Begriff die beiden Hauptbereiche des Decks.
Können Tarotkarten die Zukunft vorhersagen?
Tarot wird traditionell auch für Zukunftsfragen verwendet. Sinnvoller ist es, die Karten als Hinweise auf gegenwärtige Tendenzen, Möglichkeiten und Handlungsspielräume zu verstehen – nicht als unveränderliche Festlegung.
Muss man Tarotkarten auswendig lernen?
Nein. Grundbedeutungen geben Orientierung, doch Bildbeobachtung und Zusammenhang sind ebenso wichtig. Mit regelmäßiger Praxis prägen sich wiederkehrende Themen von selbst ein.
Wie oft darf man dieselbe Frage stellen?
Wiederholtes Ziehen direkt hintereinander schafft oft mehr Unruhe als Klarheit. Lassen Sie eine Legung zunächst wirken und fragen Sie erneut, wenn sich die Situation oder Ihre Fragestellung verändert hat.
